Übersicht
Ankunft in Rostock 
Zum 11. Mal trifft sich die Besatzung der MS-Gera-Reise 1972/1973 , dieses Mal in Rostock. Einige neue Gesichter sind dabei und unser Bäcker (der mit den Gänseblüm- chen - siehe Seemannsgeschichte 2007) konnte sich auch von der Arbeitswut seines 
Chefs befreien und ist mit seiner Frau angereist. Die Ersten treffen sich schon am 
Vormittag am Alten Hafen. Natürlich muss es ein Schiff sein, um das erste Rostocker 
Bier zu genießen. Das Wetter ist herrlich, alles Blüht, das Wasser plätschert gegen die Schiffe am Alten Hafen in Rostock und keine Blaskapelle stört die Ruhe an diesem 
Tage. Wir stellen gemeinsam fest, das diese Worte für die Generation bis 30 Jahre unverständich sind. Wir haben immerhin heute den 1. Mai, den Kampftag der internationalen Arbeiterklasse. Aber wer gehört heute noch zur Arbeiterklasse. 
Die eine Hälfte sind Rentner und die andere Hälfte besteht aus Chefs, Angestellten von Autohäusern und Arbeitslosen welche die ARGE am Leben erhalten müssen. Ja, die Politiker die gehören eher in die Gruppe "hochbezahlte Arbeitslose Chefs" also auch 
keine Arbeiterklasse. Und darum sitzen wir auf dem alten Schiff am Alten Hafen und 
lassen den unteren Farbstoff unsere Fußballfahne durch unsere Kehlen fließen. Und da fragt doch so ein ungebildeter Schiffs-Elektriker ob unsere Deutschlandfahne nicht 
auch so ähnlich aussieht. "Ja, aber irgend etwas Rundes ist noch drin." Antwortet ein 
nicht ganz besoffener Gast. "Nix da" sagt der Storekeeper "das ist nicht mehr rund 
sondern schwarz und so ausgefranst". Es ist spürbar, das doch ein wenig Staatsbürgerwissen vorhanden ist und Zukunftsangst müssen wir auch nicht haben, 
weil wir den Ausländertest ja nicht bestehen müssen.  Lasst uns demonstrieren gehen. 
Und so schlendern wir noch durch die Stadt, die Kröpeliner entlang bis zum verkehrsberuhigten Markt wo uns der Ratskeller und 
schon Angereisten erwarten. Kapitän Seidler ist gekommen, er wird in Juni seinen 80. Geburtstag feiern. Nach der allgemeinen, herzlichen Begrüßung wissen wir, das auch 
der Rest gesund und munter ist. Und kurz vor Mitternacht sind auch alle anderen "Vorkommnisse vom vergangenen Jahr aufgearbeitet. Der "Heimweg" zum Hotel ist 
zwar kurz aber etwas beschwerlich. Aber mit dem nötigen "Kollektivgeist" erreichen 
wir unfallfrei unsere schwankenden Kojen. 

 

     Die schon zur Tradition gewordenen Ausflüge... 

Am Freitag, den 2. Mai 
müssen wir wie immer, wenn wir in Rostock sind, einen Warnemündebummel machen. Einige beleibte Herren wollen nicht. Doch als Bärbel dann für "Nichtläufer" ein 
Bierverbot ausspricht marschieren wir vollzählig am "alten Strom" entlang. Zwischen Teepott und Leuchtturm scheinen sich alle Drehorgelspieler aus Germany getroffen zu haben. Ihre eigene Schuld, alle auf einen Haufen, da wird wohl keiner einen "Groschen" bekommen. Ein Besuch im Überseehafen ist eher "Nüchtern" im  "Intershop"
gibt es nur noch etwas zu "Saufen" Zollfrei für den doppelten "Aldipreis" 
Die Sonne brennt auf die Glatze und so werden auch die gerade erworbenen Geschenke der Enkelchen zum Schutz der Birne verwendet. Der Weg zum Leuchtturm auf der 
Mole endet im Teepott, wo es glücklicherweise auch Bier gibt.
Vom Teepott bis zu den Nussschalen für die Hafenrundfahrten sind es nur einige Schritte und weil es auch auf diesen "Touristenwannen" Bier geben soll, lassen sich auch die Unentschlossenen zu einer Hafenrundfahrt überreden. Die "Geizkragen" bestellen doch tatsächlich dann ein Glas Wasser mit 8 Halmen. Die Fahrt durch den Hafen und die Warnowwerft weckt alte Erinnerungen. Es fehlt die große Kabelkrananlage, die unsere Kinder schon nicht mehr kennen. Und so ist alles anders...
Am Abend ist dann die große Feier wieder im Ratskeller, die Stimmung ist wie immer hervorragend und ausgelassen. Es sind sogar neue Gesichter darunter. Bärbel lacht wie immer am lautesten. Zu vorgerückter Stunde schwatz Jeder mit Jeden und alle durcheinander. Weit nach Mitternacht entlassen wir das schon wartende Gaststättenpersonal und ziehen Heimwärts, nicht ohne noch mal in einer "Kammer" gemeinsam mit der Nachfeier die Hotelgäste zu ärgern. 

Der Samstag
verläuft eher beschaulich, die "Reisegruppe" ist verdächtig ruhig. Wir besuchen den neu eröffneten Erdbeerhof vor den Toren Rostocks. Erstaunlich viele Menschen sind schon 
auf dem Gelände. "Es ist ja schon Mittag" klärt uns ein "Wenigtrinker" auf. Die 
Mannschaft hat sich in der Nähe des Einganges an einer "Kneipe" niedergelassen und macht keinerlei Anstalten die zahllosen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Die Sonne scheint, einige haben schon wieder die Augen zu und warten das der Kopfschmerz nachlässt. Dann kommen die ersten kühlen Biere und wenig später geht es den meisten wieder besser. Es gibt eine menge zu sehen. Mit dem Trecker selbst durch das Schlafzimmer fahren, ist doch mal was Neues. In einer großen Scheune wurden gerade riesige Sandskulpturen gefertigt. Der Erdeerhof kann weiterempfohlen werden. 
Am Abend haben wir uns mit dem Nachtwächter von Rostock verabredet. Für 5 
Euronen pro Nase hat er uns dann erstaunliche Dinge gezeigt und berichtet. Das Blasen 
auf seinem Horn war dagegen eher kläglich.
Zum Ausklang unseres Treffens kehrten wir anschließend am "alten Hafen" in den "alten Fritz" ein. Eine "urste" Kneipe zum wohlfühlen. Hier wurde eher gut gegessen und sehr verhalten getrunken. Am nächsten Tag war Auslaufen angesagt und da ist ein schwerer Kopf sehr hinderlich.

Tschüß bis zum Jahre 2009

PS:
Am 19. Mai feierte unser Kapitän, Karl-Heinz Seidler seinen 80. Geburtstag. Alle Besatzungsmitglieder, die sich freimachen konnten, waren nach Rostock gekommen um 
die Geburtstagsgrüße der Mannschaft zu überbringen. Die Überraschung war 
gelungen und wie so üblich war auch dieser unangemeldete Besuch lustig und natürlich. Unser deutsches Geburtstagsständchen kam sehr gut an, besser als das alberne, ausländische "häbbie börsdäi" der Geistlosen,  Die Frau des Kapitäns hatte seinen Lebenslauf perfekt aufbereitet und als Geburtstagsansprache verlesen. Alle hatten einen "Kloß" im Hals als sie endete. Als Geburtstagsgeschenk wurde eine gerahmte Fotomontage aus alten und neuen Bildern überreicht. Nach den üblichen Schwatz, einem Stück Geburtstagskuchen und einem Gläschen Sekt für Gesundheit und weitere Lebensfreude verabschiedetet sich alle überschwänglich.
Den Rest der Zeit bis zur Rückfahrt haben wir dann für einen Bummel am Strand und bei "Hohe Düne" verwendet. Am schwersten hatte es nicht Gabi mit ihren Stöckelschuhen sondern Will, der wieder unzählige "schöne" Steine nach Berlin schleppen musste.
Tschüß an "Alle"